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Erben – aber richtig!

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Der buckligen Verwandtschaft nichts und der braven Haushälterin alles. Wie im Film laufen Testamenteröffnungen selten ab. Meist mangelt es hierzulande schon am Testament dafür. Nur die wenigsten machen sich die Mühe, in ein paar Zeilen ihren letzten Willen darzulegen. Dabei gibt es für die Verwandtschaft ein Leben nach dem Tod. Und dies wird durch ein fehlendes Testament nicht unbedingt einfacher. Wer wie die meisten Deutschen keinen letzten Willen verfasst, überlässt seinen Nachlass - so klein er auch sein mag - der gesetzlichen Erbfolge.

Das kann die richtige Wahl sein, muss es aber nicht. Ein Testament aufzusetzen, ist kein Hexenwerk. Es muss handschriftlich verfasst und mit vollständigem Namen unterschrieben sein und Ort und Datum enthalten. Ansonsten gibt es keine formalen Vorgaben. Wichtig ist nur, dass möglichst klar und deutlich daraus hervorgeht, wie man sich die Aufteilung des Nachlasses vorstellt. Gerade bei Immobilien ist das wichtig, da sie sonst im Streitfall verkauft werden müssen, damit der Erlös entsprechend der Erbteile verteilt werden kann.

Das Thema Erben gewinnt an Bedeutung. In einer älter und reicher werdenden Gesellschaft stehen jährlich 400 Milliarden Euro zum Vererben an. Die Begehrlichkeiten des Staates an diesen Vermögen steigen. Eine höhere Besteuerung ist ein Hebel für eine gleichere Verteilung von Vermögen. Ob das politisch kommt, ist unklar. Aber über das Thema Verschenken sollte auch nachgedacht werden. So können eventuell Steuern gespart werden und der Schenker kann im Gegensatz zum Erblasser noch miterleben, wie er seinen Nachkommen und Freunden Gutes getan hat.

Auch sollte an die Zeit von möglicher Krankheit oder Pflege gedacht werden. Das sind nicht immer schöne Gedanken, aber für den Ernstfall ist eine eigene Willenserklärung von enormer Bedeutung und eine Erleichterung für die Angehörigen. Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung sollte daher jeder haben. Auch das sind keine Hexenwerke. Niemand sollte sich diese Themen leicht machen. Aber darüber nachzudenken und in der Familie darüber rechtzeitig zu sprechen, kann für alle Beteiligten hilfreich sein. Warum nicht gleich im Urlaub damit anfangen?